

06.02.2012 - 14:21
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Windisch Georg ...und wieder Einer (hört das denn nie auf? :-)
Tja, wie war das nochmal!? Da ist man 18 Jahre alt (Ende 1982) und Suzuki bringt ein Bike raus, das sich einem von der Optik derart ins Gemüt gräbt wie keine andere. Naja, 10.000DM waren damals eben noch was wert, und als Lehrling war das halt nicht drin. Gefahren habe ich aber trotzdem eine Katana, wenn auch nur die 400er, mit der ich trotzdem meinen Spaß hatte. Die war für ihre Klasse und die damalige Zeit auch gut ausgestattet (4-Zylinder, Tankuhr, Ganganzeige, Scheibenbremsen rundum waren damals nicht selbstverständlich). Irgendwie war es dann mit der Motorradfahrerei erstmal ganz vorbei (10 Jahre!). Dann hatte ich irgendwann wieder Lust aufs Motorrad und kaufte mit erstmal eine 50PS-Maschine zum wiedereingewöhnen, eine Honda CBX 550 F2. Schnell erinnerte ich mich wieder daran, daß bei den Japanern die Motorradgröße analog zum Hubraum ist, und die Maschine für meine 1,85 zu klein ist. Tatsächlich brauchte ich keine 2 Sekunden zu überlegen, welches Bike es nun werden sollte :-) Die Wahl blieb nur noch zwischen der 750er und der 1100er. Ich entschied mich natürlich für die 1100er, und zwar aus 2 Gründen: 1. Wenn schon, denn schon, und 2. Hubraum statt Spoiler für schaltfaulstes Fahren. Gekauft habe ich dann die erstbeste Maschine die ich im April 1997 in einer Münchner Tageszeitung finden konnte. Ich bin hingefahren und habe mit dem schlimmsten gerechnet - und Recht behalten:
Die Katana war nur noch in Grundzügen erhalten (IMHO). Speer-Halbschale und -Höcker, gelb-rote Lackierung und weiße Felgen, Hänsle 4-1. Seit 10 Jahren wohl nicht mehr geputzt, jede Menge Fett auf der Kette, aber kein Kettenschutz mehr! An der Ablaßschraube tropfte Öl raus. Das wollte er noch erledigen lassen, dabei hat sein "Mechaniker" das Gewinde ganz ruiniert ;-) Und ansonsten fand man überall immer wieder Pfusch. Die orginalen Stoßdämpfer schlugen voll durch. Ich war jedenfalls hin und weg und irgendwie wieder 18 (auch wenn ich bis heute noch keine Midlife-Crisis hatte :-) Erst einmal mußte ich dann (1997) gleich wieder 750km weit umziehen. In NRW angekommen ging ich auf die Suche nach den Orginalteilen. Vieles hab ich der Einfachheit halber neu gekauft :-) Im übrigen immer beim Suzuki-Händler meines Vertrauens in Oberbayern, Suzuki Fuchs in Penzberg. Beim örtlichen Händler war ich nur einmal und nie wieder. Der machte die Finger nur krumm beim Kauf einer neuen Maschine. Solche "Freaks" wie ich (so kam ich mir da vor) ernteten da nur so Blicke in der Art "Was für ein Depp". Mit einem Kumpel habe ich die Maschine dann 1998 erstmal in den Keller verfrachtet, da sie draußen über den Winter öfter zum Sturmschaden wurde (Umkipper).
Als ich das Bild meiner Digitalkamera sah, traute ich meinen Augen auch nicht! Auf dem Bild sieht eigentlich alles wie geleckt aus, ist aber durch den Foto-Blitz verursacht. Tatsächlich war sie völlig versifft! Dann tat sich wiederum erstmal nicht viel, da ich beruflich ziemlich stark eingespannt war und dann abends zur Entspannung meistens erstmal ein paar Runden Quake3 gespielt habe (das war bitter nötig um den Kopf wieder freizukriegen, kein Scheiß!). Im Jahr 2000 verschoben sich dann die Schwerpunkte abermals, diesmal aber positiv, als meine Frau schwanger und im November unser Sohn Tobias geboren wurde. Nachdem wir uns in der Brutpflege lange genug abgewechselt hatten bis er aus dem Gröbsten raus war, ging ich 2001 nach und nach daran, die Maschine komplett zu zerlegen. Das hat glatt 2 Tage gedauert :-) Ich hatte mir natürlich zwischenzeitlich Literatur besorgt und auch sonst alles aus dem Netz aufgesogen was ich finden konnte (www.katana-treff.de). Da der Motor vorher rund lief und auch nicht leckte (die Ablaßschraube hat einen Tag nach den Kauf ein Helicoil-Gewinde bekommen) sah ich von einer Grundüberholung ab. Das hätte meine Kapazitäten wahrscheinlich auch überstiegen. Schliesslich hatte ich nur einen dunklen Kellerraum mit 3x2 Meter zur Verfügung. Das Speerheck hatte ich bei einem Katana-Fan vom Münchner Katana-Stammstisch (und Betreiber von www.k-a-t-a-n-a.de ;-) gegen eine orginale getauscht, dabei war auch das abgesägte Rahmenheck. Bei meinem Lackierer ließ ich das Heck wieder anschweißen (ohne Maße, nur die Heckverkleidung als Anhalt genommen - und passt :-) und habe den Rahmen dann zum pulverbeschichten gegeben. Die weitere Vorgehensweise ist für viele dann sicher auch nicht gerade konventionell: Ich habe mir immer angeschaut welches die nächsten 3-4 größeren Arbeitsabschnitte werden, die Teile dann gereinigt und lackiert und neue Ersatzteile bestellt, bzw. auf ebay ersteigert. Anschließend alles einbauen und wieder von vorne. Was beim Lackieren SEHR empfehlenswert ist: Nachdem die Farbe drauf ist und die Aufkleber, sollte man unbedingt nochmal mit Klarlack lackieren. Erstens halten so die Aufkleber sehr viel länger, da die Kanten geschützt sind, zweitens sieht das sehr viel edler aus, da die Aufkleber dann fast eben mit der restlichen Fläche sind. Besonders gut ist das am linken Seitendeckel wo die durchsichtigen Aufkleber für den Kaltstarter angebracht sind. Der Rahmen ist durch das Pulverbeschichten etwas dunkler wie der restliche Lack, aber nur etwas. Das hatte man mir auch vorher gesagt, dass dies so sein würde. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da die Pulverbeschichtung sehr viel widerstandsfähiger ist als normaler Lack. Die meisten Schrauben habe ich durch Edelstahlschrauben ersetzt (www.va-schrauben.de) da die orginalen bekanntermaßen schon auf dem Prospekt rosten. Heute (08.05.2002) ist die Maschine fast fertig. Letzte Arbeiten sind die Bremsen (zerlegen, reinigen, lackieren, abdichten, Stahlflex) und versuchen, sie wieder heil aus dem Keller zu bekommen ;-)
08.06.2002: Allmählich wird es, leider muß ich jetzt erstmal 3 Wochen zwangspausieren :-( weil ich unterwegs bin. Im Moment siehts so aus:
29.07.2002: Mopped fertig und mit roter Nummer - pardon, Kurzzeitkennzeichen erste Probefahrten gemacht. Die Bremse vorne ist mir noch zu weich, vielleicht noch ein wenig Luft drin. So sieht sie nun aus:
Huch, was denn das? Ja, so sieht sie ungefähr im Orginalzustand aus :-) Lediglich Stahlflex vorne und hinten, Konis sowie Fussrasten von Raask. Die hatte ich mir zwischenzeitlich mal gekauft, da für die orginalen Rasten nicht mehr alle Teile erhältlich sind und die Gebrauchtteile meist in sehr schlechtem Zustand sind. Bin allerdings doch positiv überrascht: Obwohl nichts in Gummi gelagert ist, sind die Vibrationen praktisch weg. Die Körperhaltung ist für Leute wie mich (1,85m) auch besser, da vorher der Unterkörper sitzend und der Oberkörper liegend war, ist nun wieder alles in einer Linie :-) Ausserdem harmonieren sie sehr schön mit der 1100er, da die Rastenplatten im ähnlichen blau wie die Sitzbank/Heckbürzel lackiert sind. Allerdings sind bei meiner Justierung des Schalthebels nur wenige cm Platz bis zum Seitenständer, so das ich diesen mit meinen Stiefeln öfter beim schalten streife. Engültige TÜV-Abnahme Zulassung am 05.08.2002. Die TÜV-Abnahme kostete EUR 38, dafür hat er gleich alles eingetragen. Ärgerlich: Das Kurzzeitkennzeichen kostet EUR 6, das kleinere "normale" Kennzeichen EUR 14!
Noch 3 Bilder:
Nach und nach werde ich die Story noch mit weiteren schmutzigen Details schmücken, damit andere, die auch irgendwo bei Null anfangen, wissen woran sie sind. Ob sie durch dieses Beispiel dann Mut fassen oder abgeschreckt werden - wer weiss. Allen eine defektfreie Saison Georg
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