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Kette
HTD: Kette
Kette
Wartung, Pflege und Wechsel
Benötigtes Werkzeug:
- 12er Ring- oder Gabelschlüssel
- 27er Gabelschlüssel
- Fett für die Achse
Zusätzlich für Kettenwechsel:
- 22er Ringschlüssel oder Steckaufsatz
- Gummihammer
- Wasserpumpenzange (Sicherungsbleche)
Wartung:
Das Kettenspiel wird unterhalb (Mitte) der Schwinge überprüft. Diese sollte bei aufgebockter Maschine ca. 2 cm durchhängen, man kann sie also ca. soweit nach oben drücken.
Bei älteren Ketten liegt oft einseitge Längung vor, somit sollte man das Spiel an mehreren Stellen überprüfen. Die einfachste Methode hierfür ist: Einen Schraubenschlüssel nehmen (um sich nicht die Pfoten dreckig zu machen) und mit der Hand das Hinterrad langsam durchdrehen. Gleichzeitig nun mit dem Schraubenschlüssel gegen die Kette "schlagen" (sachte sachte). Sollte das Spiel nicht an allen Stellen (Bereichen) gleich sein, so ist die Kette einseitig gelängt und bald möglichst auszutauschen. Eine solche Kette immer an der LOCKERSTEN Stelle einstellen! Ansonsten könnte sie wegen zu hoher Spannung an der kürzeren Stelle das Getriebeausgangslager beschädigen.
Einstellen der Kette:
- hintere Achsemutter lockern
- Kontermuttern der Einstellschrauben lockern
- linke Einstellschraube soweit hineindrehen, bis das Kettenspiel ca. 2 cm ist
- auf beiden Einstellern (Metallbügeln) befindet sich eine Markierung, auf der Schwinge befinden sich ebenfalls welche. Die Anzahl der Striche bis zur Markierung des Einstellers von vorne her zählen und auf der rechten Seite die entsprechende Markierung auf den gleichen Strich einstellen (Hinterrad wird somit gerade positioniert)
- nun das Kettenspiel erneut überprüfen (an mehreren Stellen) und ggf. mehr spannen oder Spannung herausnehmen (lockern der Einstellschrauben und Tritt gegen das Hinterrad hilft hier)
- wenn das Spiel stimmt, die Achsmutter wieder festziehen (80 - 110 Nm) und danach die Kontermuttern der Einstellschrauben
Pflege:
Alle 500 - 700 km sollte man eine Kette schmieren. Zu häufiges und zu seltenes Fetten ist nicht von Vorteil. Wenn man es zu oft macht, konserviert man nur den Dreck, will man Rohstoffe sparen, so leiden die Dichtringe und O-Ringe der Kette zu stark. Am besten ist es eine Kette FAST trocken zu fahren und dann erst gut zu fetten. So wird angesammelter Schutz weggeschleudert (Kettenfett klebt ja wie Sau) und die dichtenden und gleitenden Sachen nicht allzusehr beansprucht. Nach Regenfahrten jedoch immer nachfetten!
Sollte man eine Kette einmal reinigen wollen, so kann ich Diesel nur empfehlen. Nicht zu viel davon verwenden, da der Diesel ansonsten zur eigentlichen Schmierung der Kette (in den Kettengliedern) vordringen könnte und die Schmierwirkung beeinträchtigt, bzw. früher oder später aufhebt. Nach einer Reinigung immer sofort alles wieder abwischen und danach gut einfetten!
HINWEIS: Benzin, Bremsenreiniger und dergleichen haben auf der Kette nichts verloren!
Wechsel:
Hier wird der Wechsel einer geschlossenen Kette beschrieben. Bei Ketten mit Kettenschloß oder zu vernietenden Ketten ist ein Wechseln natürlich einfachen. Beim Vernieten muß jedoch gewissenhaft gearbeitet werden, ebenso bei Ketten mit Schloß.
- das Schaltgestänge an der Schaltwelle abnehmen
- Schrauben der Ritzelabdeckung lösen und Ritzelabdeckung abnehmen
- Sicherungsblech der Ritzelmutter aufbiegen/aufschlagen und Mutter (32er Steckaufsatz) lösen (2. Gang und Hinterradbremse hilft hier)
- die hintere Achse mit passendem Ring- oder Gabelschlüssel lösen. Meist paßt hier nur ein Gabelschlüssel, da aufgrund des Endtopfes zu wenig Platz für einen Ringschlüssel ist. Die Achse herausziehen (Schraubendreher in der Bohrung hilft hier)
- die Distanzstücke am besten in richtiger Reihenfolge auf die Achse auffädeln, damit man es nachher leichter hat (Reihenfolge, Position)
- die Kontermuttern der Einsteller lösen und die Einsteller fast herausdrehen
- das Hinterrad nach vorne drücken, Kette abnehmen und das Rad herausnehmen
- Kette nach vorne ziehen und Ritzel abnehmen
- Mutter der Schwingenachse lösen und Achse herausziehen
- Schwinge nun etwas nach hinten ziehen, Kette an der Getriebeausgangswelle vorbeidrücken und die Kette links an der Schwinge vorbeiziehen
- die neue Kette auf die gleiche Art einziehen, das neue Ritzel (evtl. mit Distanzstück davor, wenn Zubehör) aufstecken, die Kette um das Ritzel legen und das Sicherungsblech aufstecken sowie die Mutter erstmal provisorisch aufdrehen
- nun den korrekten Sitz der Schwingendichtungen überprüfen (dürfen nicht verkantet sein) und die Schwinge wieder in Position bringen (seid geduldig!) und die Schwingenachse hindurchschieben sowie festziehen (60 - 80 Nm)
- den Mitnehmer (beim Hinterrad), auf dem das Kettenrad montiert ist, abnehmen und gleich mal die Ruckdämpfer (Gummies) inspizieren
- das Kettenrad wechseln, indem man die Sicherungsbleche aufbiegt und die Muttern löset
- das neue Kettenrad auflegen und die Schrauben von hinten durchstecken und anschrauben
- die Ruckdämpfer einfetten und den Mitnehmer (zusammen mit Kettenrad) aufstecken
- auf die Schrauben am besten Sicherungslack auftragen, festziehen und die Sicherungsbleche umbiegen
- das Hinterrad einführen und die Kette auf das neue Kettenrad legen
- Achse einfetten
- die Distanzstücke für das Hinterrad wieder anbringen (jeder hat hier seine eingene Methode, ich persönlich bringe das Disttanzstück zwischen Schwinge und Bremssattel ganz am Schluß an, also wenn die Achse schon fast ganz durch ist) und die gefettete Achse hindurchschieben
- das Kettenspiel einstellen (ca. 2 cm) und die Achsmutter(80 - 110 Nm) sowie die Kontermuttern der Einstellschrauben (10 - 15 Nm) wieder festziehen
- nun mit eingelegtem Gang und Hinterradbremse die Ritzelmutter mit ca. 90 - 110 Nm festziehen und das Sicherungsblech umbiegen

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