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Vergaser
HTD: Vergaser
Vergaser
Reinigen, zerlegen, überholen
Folgendes, spezielleres Werkzeug wird für das Überholen von Vergasern benötigt:
- Schieblehre
- PASSENDE Schraubenzieher (-dreher), oder ein guter Bit-Satz
- ein Nagel
- Vergaserreiniger oder Bremsenreiniger
- Druckluft oder Zahnbürste
- Fühlerlehre und Synchrontester
Fangen wir unten an:
- die Vergaserbatterie ausbauen
- Schwimmerkammern entfernen (= die Deckel unten) und reinigen
- Hauptdüsen herausschrauben (ACHTUNG: hier NUR passende Schraubenzieher (-dreher) verwenden, da ansonsten die Düsen beschädigt werden.
- Gummistöpsel (GSX 750/1100) oder Schraube (z.B. GSX 400), die die Leerlaufbohrung verschießt entfernen. Die Leerlaufdüse nur ausbauen, wenn Probleme im unteren Drehzahlbereich aufgetreten sind. Falls ein Ausbau notwendig ist, muß ein 100%ig passender Schraubenzieher (-dreher) verwendet werden. Vor Ausbau diese Paßgenauigkeit überprüfen, ansonsten wird die Leerlaufdüse beschädigt und unbrauchbar, oder ein Ausbau wird durch Zerstörung des Schlitzes verdammt schwer.
- Die ausgebaute(n) Düse(n) gegen helles Licht halten und so auf Verunreinigungen prüfen. Gegebenenfalls mit Druckluft oder einer Zahnbürste (einige Borsten davon) reinigen. KEIN Metall zur Reinigung verwenden!
- Schwimmerhalterung (Metallstift) mit einem Nagel austreiben und den Schwimmer entfernen
- Schwimmernadelventil nun herausnehmen und unten am Kegel auf Riefen überprüfen. Ebenso die Schwimmernadelführung und den Sitz dort unten überprüfen und ggf. reinigen.
- Schwimmernadelventilführung/-sitz ausbauen (Kreutzschlitz) und das Sieb darunter reinigen; ebenso die nun sichtbaren Kanäle für die Benzinzufuhr (Bremsenreiniger hilft hier)
- das Schwimmernadelventil und den Schwimmer wieder einbauen und den Metallstift gut eintreiben (Nagel und Griff eines Schraubenziehers)
- Schwimmerhöhe nun mit einer Schieblehre ausmessen (Dichtfläche (!) bis oberster Punkt des Schwimmers bei 30 Grad Neigung in Richtung des Schwimmerendes); die Einstellwerte sind auf den Technikseiten für die Katanas nachzusehen, z.B. GSX 1100 SZ = 22,4 +/- 1
- die Düsen wieder einbauen, außer man will die Düsenstöcke auch noch ausbauen und reinigen, und das Schwimmergehäuse mit neuer Dichtung (muß nicht immer sein) monieren
Nun nehmen wir uns mal den oberen Teil des Vergasers vor...
- Vergaserdeckel entfernen
- Membranen mit Schieber herausnehmen und die Membranen auf Risse überprüfen, indem man sie z.B. gegen helles Licht hält. Danach am besten mit Silikonspray einsprühen, um sie lange geschmeidig zu halten und so Rissen vorzubeugen.
- wenn der obere Teil des Vergasers verdreckt ist, dann natürlich reinigen
- um den Choke auszubauen, muß die Vergaserbatterie zerlegt werden. Weitere Erläuterungen hierzu weiter unten
- will man die Düsenstöcke reinigen oder wechseln, so müssen alle Hauptdüsen demontiert sein; nun die Düsenstöcke vorsichtig von unten (Schwimmerkammer) austreiben und reinigen, oder ersetzen (ACHTUNG: NUR Düsenstöcke und Düsennadeln im Set wechseln!)
- die korrekten Einstelldaten für die Düsennadelposition von den jeweiligen Seiten verwenden
- den Vergaser nun oben wieder zusammenbauen und hierbei auf richtigen Sitz der Federn und der Membranen achten
Vergaserbatterie trennen, Drosselklappen, Choke
- das Chokegestänge lösen, indem die vier kleinen Madenschrauben gelockert werden
- Chokegestänge herausziehen und die Ausrückwinkel entfernen
- die Schienen mit der die Vergaser zusammengehalten werden demontieren (großer Kreuzschlitz)
- die Vergaser können nun getrennt werden (genau ansehen wie sie wieder zusammengebaut werden sollen)
- die Chokes mit einem Ringschlüssel lösen und herausnehmen. Auf Beschädugungen an den Spitzen sowie an der Gleit- / Dichtfläche untersuchen. Ebenso die Gummidichtungen auf Risse überprüfen. Gegebenenfalls alles mit Bremsenreiniger durchspülen und die Dichtungen mit Silikonspray pflegen oder durch neue ersetzen.
- die Drosselklappen ausbauen und den Sitz der Drosselklappen vorsichtig reinigen; die Drosselklappen auf Beschädigung überprüfen und ggf. austauschen
- die Schutzkappen für die Drosselklappenwelle an den Außenseiten der Vergaser 1 und 4 entfernen (soweit vorhanden)
- die E-Ringe (sichern die Drosselklappenwelle) entfernen und die Welle herausziehen (Kleinteile nicht verlieren)
- die Drosselklappenwellendichtungen am besten gleich auswechseln und die Welle reinigen
- beim Einbau der Drosselklappenwelle darauf achten, daß die Unterlegscheibe (beim E-Ring) nicht vergessen wird und die Federvorspannung (schließt die Drosselklappen) gegeben ist
- die Drosselklappen einsetzen, bei den beiden Befestigungsschrauben Sicherungslack verwenden
- die Gemischregulierschraube sollte NICHT verdreht/ausgebaut werden, da diese bereits werksseitig eingestellt wurden. Sollte hier ein Problem vermutet werden, dann die Gemischregulierschrauben hineindrehen und die Anzahl der Umdrehungen GENAU notieren (z.B. Vergaser 1 = 1 6/8 Umdrehungen; Nummer der Vergaser: gezählt wird generell in Fahrtrichtung von links nach rechts)
Die Grundeinstellung für Mikuni BS Vergaser ist 1 1/2 bis 2 Umdrehungen heraus. ACHTUNG: Beim Hineindrehen die Gemischregulierschraube vorsichtig auf Anschlag drehen, KEINE Kraft anwenden, da ansonsten die Spitze beschädigt wird!
- beim Zusammenbau der Vergaserbatterie darauf achten, daß alle Verbindungsstücke, Benzinzuführ und Benzinüberlauf, korrekt sitzen; dann die Schienen wieder montieren
- das Chokegestänge und die Ausrückwinkel montieren und auf Leichtgängigkeit prüfen; ggf. mit Fett schmieren
ACHTUNG: ALLE Winkel müssen bei ALLEN Chokes Spiel haben
- nach einer Zerlegung müsssen die Vergaser synchronisiert werden; der 2. Vergaser ist hierbei der Geber-Vergaser, sprich seine Werte sind fix. Alle anderen Vergaser müssen auf diesen synchronisiert werden. Eine Voreinstellung kann man in ausgebautem Zustand der Vergaser auch mit einer Fühlerlehre direkt an den Drosselklappen vornehmen. Die Feineinstellung sollte dann mit einem Synchronisationsgerät erfolgen.

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